Im Rahmen der queeren Fachtagung „Kinder- und Jugendhilfe & Schule verqueeren“, am 01.10.2026, bieten wir ein umfangreiches Programm an. Untenstehend erhalten Sie einen Überblick über alle Programmpunkte inklusive eines konkreten Ablaufplanes für den gesamten Veranstaltungstag.
ab 9.00 Uhr
Foyer H3
Ankommen, Anmeldung
ab 09.30 Uhr
Audimax H3
Eröffnung & Begrüßung
Audimax H3
Grußwort
Audimax H3
Grußwort Prof.in Dr.in Katrin Reimer-Gordinskaya – Vorstand Institut für demokratische Kultur
Audimax H3
Grußwort Sarah Schulze – Landesbeauftragten für Frauen- und Gleichstellungspolitik Sachsen-Anhalt
Audimax H3
Grußwort
10.00 bis 11.30 Uhr
Audimax H3
Impuls I: „Grund- und Menschenrechte von queeren Kindern und Jugendlichen“
Referent*in: Prof.in Dr.in Ulrike Lembke
Impuls II: n.o.
Referent*in: n.n.
11.30 bis 13.00 Uhr
H3
Mittagspause
& Markt der Möglichkeiten
13.00 bis 15.00 Uhr
Workshopräume H3 & H2
Workshopphase
Workshop 1
Titel: „Räume für Selbstbestimmung und Transition – Wie wirken queere Jugendräume und was hat das mit Kinderrechten zu tun?“
Beschreibung: Lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, transsexuelle, intersexuelle und queere (LSBTIQ*) Jugendliche erleben gegenwärtig Abwertung und Ausschluss wie auch Stolz und Unterstützung. Die widersprüchliche Situation geht mit psychosozialer Belastung und Unsicherheiten einher.
Fachkräfte der Jugendarbeit sind gefordert, Platz für diese Jugendlichen zu schaffen und ihre Lebenssituation zu berücksichtigen. Sie ermöglichen Teilnahme und Inklusion, bieten Schutz und Schonraum wie sie Auseinandersetzung und Dialog gestalten. Sie setzen das Recht von Kinder und Jugendlichen um, sich selbst gestalten, erproben und entfalten zu können.
Der Workshop skizziert in Impulsvortrag und Partneraustausch eine Jugendarbeit, die queere Lebensrealitäten ins Zentrum rückt, ermöglicht und stärkt. Dynamisch, kreativ, kritisch, widerständig und fürsorglich – das ist queere Jugendarbeit.
Referent*innen:
Folke Brodersen, Dr.*in, ist wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in am ‚Center for Diversity, Media and Law‘ der JLU Gießen. Folke forschte am Deutschen Jugendinstitut und der CAU Kiel und engagiert sich im Vorstand der hms Stiftung für queere Bewegungen.
Workshop 2
Titel: „Potenziale von Trendsportarten für queere Kinder- und Jugendliche im Sportunterricht, Vereins- und Freizeitsport“
Beschreibung: Sportunterricht sowie Vereins- und Freizeitsport gelten als Räume, wo die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch Bewegung und Spiel gefördert wird. Sport vermittelt Freude an körperlicher Aktivität, verbessert die Fitness, fördert soziale Kompetenzen wie Teamgeist und Fairness sowie das Gesundheitsbewusstsein. Gleichzeitig ist Sportunterricht sowie Vereins- und Freizeitsport für queere Kinder und Jugendliche und für Mädchen häufig ein Ort der Ausgrenzung, Diskriminierung und des Leistungsdrucks. Diese Erfahrungen sind keine individuellen, sondern strukturelle Probleme!
Wir greifen dieses Spannungsfeld auf und verbinden es mit einer kinderrechtlichen Perspektive – insbesondere mit dem Recht auf Gleichheit und dem Recht auf Spiel und Freizeit. Gleichzeitig richten wir den Blick auf Trendsportarten als potenzielle alternative Bewegungsräume, die niedrigschwelliger, vielfältiger und inklusiver gestaltet werden können.
In einem fachlichen Input beleuchten wir:
• welche strukturellen Hürden queere Kinder und Jugendliche sowie Mädchen im Sportkontext erleben,
• wie sich diese Erfahrungen aus einer Kinderrechtsperspektive einordnen lassen,
• welche Potenziale Trendsportarten für diskriminierungssensiblere und inklusivere Bewegungsräume bieten,
Im Anschluss ist ein Roundtable geplant. Dort tauschen wir uns aus und entwickeln konkrete Veränderungsansätze, wie Fachkräfte aus Schule, Vereinssport und Jugendhilfe Sportunterricht sowie Vereins- und Freizeitsport so gestalten, dass sie die Rechte von queeren Kindern und Jugendlichen stärken und ihnen so eine sichere und freudvolle Teilhabe an Sport ermöglicht wird.
Referent*innen: Der congrav new sports e.V. ist ein Träger der freien Jugendhilfe aus Halle (Saale). Der Verein sucht innovative Wege, junge Menschen bei ihren Interessen abzuholen und ihnen Räume & Angebote rund um die Subkultur von Roll- und Trendsportarten in ihrer Freizeit, sowie bewegte Perspektiven für ihre Zukunft zu unterbreiten.
Leon Koliska (Pronomen: er/ihm) ist Sportpädagoge, Klettertrainer und Mitarbeiter beim Trendsportring.
Lina Donath (Pronomen: sie/ihr) ist Mitarbeiterin im Projekt „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Trendsport“ und beschäftigt sich mit diskriminierungssensiblen Zugängen im Sport.
Workshop 3
Titel: „Unsichtbare Risiken? Queere Perspektiven in der Gefährdungseinschätzung“
Beschreibung: Wie wird Gefährdung im Kinderschutz eingeschätzt – und welche Risiken bleiben unsichtbar, wenn queere Lebensrealitäten nicht mitgedacht werden?
In diesem Workshop setzen wir uns mit der Gefährdungsanalyse im Kinder- und Jugendschutz auseinander und beleuchten kritisch, an welchen Stellen queere Perspektiven bislang zu wenig bis garnicht berücksichtigt werden. Wir verbinden fachliche Grundlagen der Risikoabschätzung mit einer diversitätssensiblen und intersektionalen Perspektive auf Geschlecht, sexuelle Orientierung und familiale Dynamiken.
Im Fokus stehen spezifische Gefährdungslagen queerer Kinder und Jugendlicher – etwa durch Ablehnung, Unsichtbarmachung oder psychische Belastungen – sowie die Frage, wie Fachkräfte diese erkennen und sichtbar machen können.
Referent*innen:
Bianca Zelisinski, M.A. Beratung und Intervention in sozialen Handlungsfeldern, Geschäftsführende Jugendbildungsreferentin bei Jugendnetzwerk Lambda Mitteldeutschland e.V. für queere Bildungsarbeit, Kinderschutzfachkraft
Jonathan Franke, M.A. Kindheitswissenschaften und Kinderrechte, Bildungsreferent* für Geschlechtervielfalt und Geschlechtergerechtigkeit im Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V.
Workshop 4
Beschreibung: Queere Kinder und Jugendliche haben, wie alle jungen Menschen, ein Recht auf Gesundheit. Doch der Zugang zu geeigneter Gesundheitsversorgung gestaltet sich, insbesondere in ländlichen und strukturschwächeren Räumen, oft komplex. Den eigenen Weg zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen, medizinischen Möglichkeiten und gesellschaftlichen und psychischen Belastungen zu finden kann für Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige herausfordernd sein.
In diesem Workshop beleuchten wir:
• wie Kinderrechte und Gesundheit zusammengedacht werden können,
• welche spezifischen Bedarfe trans*, inter* und nicht-binäre* junge Menschen und ihre Familien haben,
• auf welchen Ebenen Fachkräfte und Eltern unterstützen können, um gesundheitliche Teilhabe und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen zu stärken
Ziel des Workshops ist es, gemeinsam zu erkunden, wie Fachkräfte und Eltern queere Kinder und Jugendliche in ihrem Recht auf Gesundheit stärken und zu einer diskriminierungssensiblen, selbstbestimmten Gesundheitsversorgung beitragen können.
Referent*innen:
Sandy Arnold (keine Pronomen / sie) ist Bildungs- und Beratungsreferent*in bei TransInter-Aktiv in Mitteldeutschland (TIAM) e.V. und damit für die Belange von trans*, inter* und nicht-binären* Menschen zuständig. Christin Richter (keine Pronomen / sie) hat Geschichte und Gender Studies studiert und an der Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte teilgenommen.
Christin ist Aktivist*in und arbeitet als Bildungsreferent*in bei Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. (TIAM) insbesondere mit Fachkräften aus Kinder- und Jugendhilfe, Schulen und KiTas.
Workshop 5
Titel: „Neutral queer? – Zu Neutralität und Haltung im Kontext von Queerness“
Beschreibung: Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz vor Diskriminierung, auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit sowie auf Beteiligung. Diese Rechte gelten ausdrücklich auch für queere junge Menschen. Im Kontext eines Schutz- und Entwicklungsraums bedeutet das, menschenfeindliche Aussagen und Haltungen nicht unwidersprochen stehen zu lassen. Im Gegenteil: Schulen sind verpflichtet, die Würde und Rechte aller Schüler*innen zu schützen.
Auf der anderen Seite wird eine queerfreundliche Haltung immer wieder als politische Positionierung instrumentalisiert, die dem Neutralitätsanspruch im Kontext Schule vermeintlich entgegenstehe.
Höchste Zeit das Spannungsfeld Neutralität, Queerness und politische Meinungsäußerung genauer in den Blick zu nehmen und klarzustellen: Was darf ich sagen? Wann muss ich sogar handeln? Welche Symbole darf ich zeigen und wie diese kommunizieren?
Referent*in:
Pauline Seuß (sie/ihr) ist studierte Kulturwissenschaftlerin und Anthropologin. Seit vielen Jahren arbeitet sie in der politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen und in der Erwachsenenarbeit zu diversen demokratiefördernden Themen. 2025 hat sie mit Julika Prantner-Weber das Bildungsinstitut für inklusive Vielfalt gegründet und setzt sich dort für eine handlungssichere und diskriminierungssensible Vielfaltsbildung ein – und zwar inklusiv für alle Lernorte!
Workshop 6
Titel: „Trans Kindheiten zwischen Adultismus und Queerfeindlichkeit“
Beschreibung: Trans und gender-nonkonforme Kinder sind von doppelter Marginalisierung durch sowohl Queerfeindlichkeit als auch Adultismus, also der Macht, die Erwachsene über Kinder haben, betroffen. Ihre Kindheiten sind maßgeblich durch die Abhängigkeit von Erwachsenen geprägt. Viele trans und gendernonkonforme Kinder, werden in ihrer Identität nicht ernst genommen. Entscheidungen über ihren Körper oder ihre Ausdrucksweisen dürfen sie nicht selbstbestimmt treffen.
In diesem Workshop widmen wir uns dieser doppelten Marginalisierung von trans und gender-nonkonformen Kindern. Wir beleuchten, wie ihre Selbstbeschreibungen infrage gestellt, ihre Identitäten relativiert und ihre Ausdrucksformen reguliert werden. Besonders betrachten wir das Spannungsverhältnis zu grundlegenden Kinderrechten wie Partizipation, Selbstbestimmung, Gesundheit und Schutz vor Diskriminierung. Außerdem beschäftigen wir uns mit den spezifischen Ressourcen und der Handlungsfähigkeit (Agency) von trans und gender-nonkonformen Kindern.
Pädagogische Fachkräfte spielen eine zentrale Rolle bei der Reproduktion – aber auch dem Abbau – dieser Machtverhältnisse. Gemeinsam erarbeiten wir, wie Räume gestaltet werden können, in denen trans und gender-nonkonforme Kinder ernst genommen, geschützt und gestärkt werden.
Referent*in:
Niens Frister (keine Pronomen) und Lio Bräker (dey/deren) studieren Kindheitswissenschaften und Kinderrechte (M.A.) an der Hochschule Magdeburg-Stendal.
Niens hat mehrere Jahre als pädagogische Fachkraft in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung gearbeitet und ist derzeit als wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Integrative Demokratieforschung im Land Sachsen-Anhalt“ tätig.
Lio hat Soziale Arbeit im Bachelor studiert und schreibt derzeit deren Masterarbeit über Community-Erfahrungen von trans Kindern.
Workshop 7
Titel: „Zwischen Flucht, Queernis und Kinderrechten – intersektionale Perspektiven für die Praxis“
Beschreibung: Wie erleben junge (queere) Menschen Flucht, Krieg und Mehrfachdiskriminierung – und was bedeutet das für eine empowernde Jugendverbandsarbeit?
In diesem Workshop werfen wir einen Blick auf das Kinderrecht auf Schutz vor Flucht und Krieg und verbinden es mit einer intersektionalen Perspektive auf Queernis und Migration.
Im Fokus stehen Lebensrealitäten marginalisierter junger Menschen, Schutzkonzepte, praxisnahe Methoden und konkrete Unterstützungsangebote. Anhand von Materialien, Best-Practice-Beispielen – Diversitätssensible Jugendleiter*innenausbildung und Widerständige Wege – geht es darum Handlungsmöglichkeiten für eine solidarische und diskriminierungssensible Praxis zu entwickeln.
Referent*innen: Mit Referent*innen vom djo-Landesverband Sachsen-Anhalt e.V..
Der djo-LSA e.V. ist ein Verband von Migrant*innenjugendselbstorganisationen und seit 20 Jahren aktiv für Vielfalt und Diversität in der Jugendverbandsarbeit in Sachsen-Anhalt.
Workshop 8
Titel: n.o.
Beschreibung: n.o.
Referent*in: n.n.
15.00 bis 15.30 Uhr
Pause
15.30 bis 16.30 Uhr
Den Abschluss der Fachtagung bildet ein kreativer und kultureller Impuls.