In der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Schule begegnen wir täglich jungen Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist dabei keine „besondere Thematik“, sondern Ausdruck der individuellen Identität von Kindern und Jugendlichen – und damit untrennbar mit ihren Rechten verbunden. Kinderrechte sichern nicht nur Schutz, Förderung und Beteiligung, sondern auch das Recht auf Identität, Würde und freie Entfaltung der Persönlichkeit.
Daraus ergibt sich ein klarer fachlicher Auftrag für pädagogisches Handeln: Geschlechtervielfalt anzuerkennen, zu schützen und aktiv in pädagogische Konzepte, Strukturen und Haltungen einzubetten.
Die 10. Fachtagung „Kinder- und Jugendhilfe und Schule verqueeren“ stellt in diesem Jahr die Kinderrechte in den Mittelpunkt und fragt:
– Welche Bezüge liefern Kinderrechte konkret im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt?
– Wie können sie als verbindliche Grundlage pädagogischen Handelns in Schule und Jugendhilfe genutzt werden?
– Welche Verantwortung tragen Fachkräfte, Einrichtungen und Träger?
– Und wie lassen sich Schutz, Beteiligung und Anerkennung für alle Kinder und Jugendlichen gewährleisten?
Ziel der Tagung ist es, Kinderrechte und weitere gesetzliche Verankerungen als starken fachlichen und rechtlichen Bezugsrahmen zu nutzen, um Geschlechtervielfalt nicht als Zusatzthema, sondern als selbstverständlichen Bestandteil professioneller Pädagogik zu verankern.
Die Tagung richtet sich an Fachkräfte aus Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Beratung und Verwaltung sowie an alle, die sich für eine vielfaltssensible und menschenrechtsbasierte Pädagogik einsetzen.